Stecknadeln richtig stecken

Stecken ist – insbesondere für Anfänger – das A&O des Nähens. Genauso wie Zuschneiden. Grundsätzlich gilt: wenn die Schnittteile richtig aneinander gesteckt sind, kann nicht mehr viel schief gehen!

Auch als fortgeschrittene/r Näher/in gibt es Strecken, die man unbedingt stecken sollte. Auch wenn man sehr geübt ist, kommt man also nicht drum herum. Klar, mit der Erfahrung weiß man auch schnell, welche Strecke gesteckt werden sollte und welche nicht unbedingt.

Bei unseren Schnittmustern sind viele Markierungen für Knipse, die einem beim Nähen sehr helfen. So weiß man immer, ob die Stoffe richtig aufeinander liegen. Bei einfachen Strecken reichen manchmal diese Markierungen auch schon (für geübte Näher/innen!). Aber lieber zu viel und zu oft stecken, als auftrennen zu müssen… Da spricht auch die Erfahrung!

In diesem Artikel möchte ich dir gerne mehr dazu erzählen, wie man Stecknadeln richtig stecken sollte – zumindest, wie ich es als richtig empfinde 😉 Am Ende soll es jeder so machen, wie er/sie es für richtig hält. Ich möchte aber gerne meine eigenen Erfahrungen mit dir teilen, damit du möglichst entspannt an dein Nähprojekt herangehen kannst!

Vor Kurzem haben wir bereits einen Blogartikel veröffentlicht, welche Stecknadeln man wann am besten nutzt. Schau’ dir den Artikel auch unbedingt mal an!

Wie sollte man Stecknadeln richtig stecken?

Viele stecken parallel zur Stoffkante, ca. 2 cm von der Kante, damit sie beim Nähen die Nadel im Stoff lassen können. Ich mag viel lieber, die Nadeln quer (im 90°-Winkel) zur Stoffkante zu stecken, so dass der Kopf über den Stoff hinausschaut und die Stecknadelspitze zum Stoff zeigt. Somit kann man die Nadel mit der rechten Hand ziemlich einfach rausziehen.

Ich bin Linkshänderin und ziehe die Nadeln trotzdem lieber mit Rechts heraus, damit ich mit der linken Hand meinen Stoff weiter halten kann.

Für Anfänger (und öfters auch für Fortgeschrittene) empfiehlt es sich, das Nähen kurz zu stoppen, um die Nadel rauszuziehen! Da die Nadeln quer zur Nährichtung gesteckt sind, kann man sie auch unter die Nähnadel laufen lassen.

 

Mein Rat ist: Am besten die Nadeln 1 cm vor dem Nähfüßchen rausziehen. Bei sehr akribischem Stecken (wie z.B. bei Rüschen) kann man auch vorsichtig drübernähen, wenn man die Stecknadel im Stoff lassen möchte.

Stecknadeln auf Papier-Schnittmustern richtig stecken 

Stecknadeln richtig stecken ist sowieso immer wichtig, aber beim Anbringen von Schnittmustern auf Stoff umso mehr! Denn sie sorgen dafür, dass das Papierschnittmuster nicht verrutscht und man ohne Probleme zuschneiden kann.

Auch hier gilt wie beim Zusammenstecken von Stoffschichten: Spare nicht an den Stecknadeln! Lieber eine Stecknadel zu viel gesteckt, als das Schnittmuster am Ende verschnitten. Wichtiger noch: wenn nicht richtig gesteckt ist, kann es sein, dass man nicht entlang des Schnitt-Teils zuschneidet und es am Ende schief und wellig wird. Dies gilt auch bei geraden Strecken, die vermeintlich einfach zugeschnitten werden können. Eine Stecknadel mehr kann hier den Unterschied machen!

Noch ein paar Tipps für das richtige Positionieren des Schnittteils auf dem Stoff: 

  • Fadenlauf parallel zur Webkante
  • Richtung oben/unten
  • Stoff liegt meistens doppelt: beide Stofflagen werden gesteckt
  • Stoff schön glatt und “gerade”, nicht ziehen beim Stecken
  • bei Bedarf wird aufs Muster geachtet

Bei dem Positionieren von den Ecken des Papier-Schnittmusters auf dem Stoff ist eine besonders detaillierte Arbeit notwendig und es ist umso wichtiger, die Stecknadeln richtig zu stecken. Die Ecken müssen fest auf dem Stoff aufliegen, weder der Stecknadel-Kopf noch die Stecknadel-Spitze dürfen über die Ecke hinausstehen. Dies gilt übrigens an allen Stellen, an denen man Stecknadeln auf dem Papier-Schnittmuster anbringt.

Besonders wichtig ist das bei Schnittmustern, bei denen die Nahtzugabe enthalten ist, da man direkt am Papierrand zuschneidet. Wenn eine Stecknadel an die Stoffschere rankommt, dann ist die Schere schnell beschädigt und darf neu geschliffen werden – unnötiger Stress! Wenn die Nahtzugabe nicht enthalten ist, muss man sie noch dazugeben und somit kommt die Schere nicht so nah an das Papier ran. 

Am besten werden die Stecknadeln ca. 1 cm vom Papierrand entfernt eingesteckt. Wenn sie näher am Rand positioniert werden, dann kann es sein, dass das Papier sich anhebt oder schief und nicht mehr glatt auf dem Stoff liegt.

Voilà!

Wir hoffen, dir hat dieser Beitrag aus der Rubrik erCLAIREt gefallen! Schau’ auch unbedingt bei unseren anderen Nähtipps vorbei. 

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